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Polaritäten

Vernissage am 19. Jan.

 
Einladung zu Vernissage am Sonntag den, 19. Jan.
in Halle50, Domagkateliers, München 15-19 Uhr
 
Polaritäten
 
1-3 skandinavische Positionen - Malerei
Inge Jakobsen 
Karin Schuff 
Maria Wallenstål-Schoenberg
 
Wir kommen alle drei aus Skandinavien, sind im nordischen Licht aufgewachsen und stellen eine Verwandtschaft unserer Bildsprache fest, die jedoch nicht nur skandinavisch verankert ist.

Die Reduktion der Formen, die Konzentration auf wenige Farben, der Dualismus schwarz/weiß ist uns allen eigen, in Formfindung oder als Zeichen eingesetzt.

Die Malerei ist bei uns allen mal exzessiv im Duktus, mal ruhig in geklärten Flächen. Nach der Findung der Komposition, dem Klang der Farbe,  ist bei allen auch dieser Feinschliff vorhanden, die minimalen Feinheiten, die farbigen Ränder bei Maria, der Pinselstrich bei Karin, der nie an allen Stellen der gleiche ist, die farbigen Schichten bei Inge.  So sind die Kompositionen oftmals schlicht, aber in ihrer Reduktion komplex, ausgearbeitet, variiert.    

Uns verbindet ein tiefes Verständnis für das, was der andere tut, für seine Gedanken und Ziele. Das ist ein guter Ausgangspunkt für eine gemeinsame Ausstellung.

Karin Schuff

Karin Schuff lebt und arbeitet in Dachau und auf der Insel Ljusterö, in den Stockholmer Schären. Sie ist 1964 in Malmö, Südschweden geboren und in Stockholm aufgewachsen. Sie studierte erst Kunst- und Ideengeschichte an der Universität Stockholm und war als Gaststudentin an der Sorbonne, Paris und JMU Würzburg. Nach zwei Jahren in der Malklasse der Stockholmer Kunstschule Idun Lovén setzte sie ihr Studium der Malerei bei Prof. F.B. Weisshaar und Prof. K. Imhof an der Akademie der Bildenden Künste in München fort (1989-1996). Seit ein paar Jahren studiert sie wieder Kunstgeschichte an der Universität Uppsala, Schweden. Sie ist auch zeitweise als Museumspädagogin an der staatlichen Porträtsammlung Schwedens in Schloss Gripsholm und in der Gemäldegalerie Dachau tätig.

Karin Schuff hat in In- und Ausland ausgestellt, einzeln oder zusammen mit anderen Künstlern u.a. Galleri Svenka Bilder, Stockholm, Galleri Estetica, Malmö, Fallnäs konsthall in Schweden, Haderbastei, Ingolstadt, Kreisgalerie Nürnberg, Kulturzentrum Herrenberg, KVD-Galerie Dachau und BBK-Galerie München, Deutschland, Imre Graal-Galerie, Budapest und in Szentendre, Ungarn, Museum Veluwezoom, Schloss Dorwerth in Holland, Castello di Fondi, Italien, DMZ Art Festival in Korea, Balassi Institut, New Delhi, und Arts Acre, Bengal Museum of Modern Art Kolkata in Indien).

Sie war Artist in Residence in Kumarakom, Kerala, Indien, in der Villa San Michele auf Capri, Italien und an Arts Acre, Kolkata, Indien.

„Ich bin, in ganz klassischem Sinn, eine Malerin. Meine künstlerischen Wurzeln finden sich in der abstrakten expressionistischen Malerei. Ich arbeite mit sehr traditionellen Malmethoden, am meisten mit Ölfarbe auf Leinwand oder mit Tusche und Gouache auf Papier. Ich habe keinerlei narrative Intentionen, meine Interessen gelten dem rein Visuellen, der Bildperzeption. Mein Bestreben ist, mit malerischen Mitteln eine Beziehung zwischen Linie und Fläche herzustellen, um Räume im weitesten Sinne zu erschaffen, aufzulösen, neu zu definieren. Die angestrebte Dynamik des Bildes – auch der gestische Anspruch – sowie die Tiefe des Bildraumes werden durch die Interaktion der Formen und Farben erreicht. „

Inge Jakobsen

Inge Jakobsen, in 1963 Middelfart in Dänemark geboren, auf der Insel Fünen in Dänemark aufgewachsen, nahe am Meer; 1985- 90 studierte sie klassische Malerei an Det Fynske Kunstakademi in Odense auf Fünen. 1990- 2001 wohnte sie in München, wo sie 1990- 93 an der Akademie der Bildenden Künste Malerei studierte

2003 Stipendium der Pollock- Krasner Foundation in New York, ab 2005 intensive Beschäftigung mit dem Simultankontrast, 2006 Galerie der Bayern LB, 2008 erneut Stipendium der Pollock- Krasner Foundation, vertreten durch die Galerie 13 in Freising, Ausstellungen im In- und Ausland, u.a. Haus der Kunst in München, Kallmann Museum, Schloss Dachau, Galerie der KVD in Dachau, Odense Kunstmuseum m.m. Sie wohnt und arbeitet jetzt in Dachau.

Atelier: Hermann Stockmann Str. 53 in Dachau

Duales Denken

Meine Arbeiten sind großflächig, nonfigurativ und bestehen aus strengen Formen und Flächen und verbinden in einem vielgestaltigem Formenvokabular Gegensätze wie malerische Sensibilität mit einer formalen Strenge. In einem Wechselspiel zwischen farbigen Flächen und energetischen Formen entstehen Kompositionen, die - mal kämpfend, mal ordnend, mal ruhend und oft dramatisch - imaginäre Räume und vibrierende Farbschwingungen entstehen lassen.

Der Ausgangspunkt war teils die Idee von einer zugrundeliegenden Harmonie und dann aber wiederum der Kampf als Ausdruck für die Dualität des Lebens, Licht und Schatten. Seit 1995 halte ich Natureindrücke und Ideen in meinen Arbeitsbüchern fest, abstrahiere und verfeinere sie zu nonfigurativen Kompositionen, autonomen Bildern und seit 2016 neuerdings auch zu Objekten.

Die serielle Arbeit mit Schwarz/Weiß begleitet mich seit 1996, als die ersten abstrahierten schwarzen Landschaften entstanden sind. Diese prozesshafte Form der Malerei führte mich über die Jahre zu einer konkreten Formensprache, die ein eigenes Ordnungsprinzip innehat. Ein duales Ordnungsprinzip aus logischem Denken und lyrischem Empfinden, Kalkül und Emotion, Schwarz Weiß, Meine Bilder ergeben sich in einer Art Rätsel aus den extremen Kontrasten heraus, wie zum Beispiel Malerisches gegen Form, Stille gegen Bewegtes, Spannung gegen Ruhendes, Dramatik gegen Harmonisches.

In meinen letzten Arbeiten, die teils aus Holz, teils als shaped canvas gebaut sind, taucht das duale Thema in den „Complementarities“- (Ergänzungen) wieder auf. 2 Formen sind mit einander verknüpft, können aber durch eine andere Perspektive völlig anders wirken. Zugrunde für diese Arbeiten liegen viele Jahre angewandte Farbtheorie. Ich empfinde meine Bilder und Objekte als Rechenstücke, Rätsel oder Kabalen, die aufgehen müssen. Sie stellen eine Art poetische Logik da und sie sind nicht klassisch konkret in ihrer Sprache, eher eigenwillig und ich freue mich immer dann, wenn sie mich überraschen können.

Inge Jakobsen, 2019

Maria Wallenstål-Schoenberg

1959 Geboren in Uppsala, Schweden

1978 - 83 Studium Universität Uppsala

1990-98 Malunterricht an der Künstlergilde Ulm und bei Dozent Klemens Etz

2004-08 Klassenbesprechungen bei Prof. Jerry Zeniuk, Akademie der bildende Künste München

Lebt und arbeitet in München seit 1999

Mitglied BBK München und der Neue Gruppe Haus der Kunst e.V. München

Atelier im Städtisches Atelierhaus am Domagkpark, München

2017-19 Atelierstipendium Bildende Kunst der Landeshauptstadt München

Vertreten durch u.A. Galerie Filser&Gräf, München, Galerie Ulf Larsson, Köln, Five Gallery, Lugano CH

Regelmäßige Teilnahme an Kunstmessen wie z.B. ART Karlsruhe und Positions Berlin

Ausstellungen im In- und Ausland, z.B. Museum Kunstpalast, Düsseldorf, Haus der Kunst, München, Sylvia Wald and Po Kim Foundation, N.Y., USA, Kunstverein Ebersberg, Kunstverein Aichach, Kunstraum Detmold, Detmold und Südtiroler Künstlerbund-Galerie Prisma, Bozen, IT.

Kurze Beschreibung der Arbeitsansatz und Maltechnik

Meine Malerei behandelt Farben an sich, die Beziehungen und Dialoge zwischen den Farbformen und die daraus entstehenden Farbklänge. Die vollendeten Werke entfalten Farbklänge im Raum und laden Betrachter dazu ein, dem emotionalen Farbdialog beizuwohnen. Es kann thematisch der Farbfeldmalerei d.h. „Colorfieldpainting“ zugeordnet werden. Erst die Kommunikation der Farben ermöglicht es ihnen, sich vollends zu entfalten. Das wirkliche Wesen einer Farbfläche entwickelt sich im Dialog mit anderen Farben. Die Farben an sich sind sowohl das Mittel als auch das Ziel meiner Malerei.

Vorwiegend arbeite ich mit dem Palettenmesser auf grundierte Naturleinwand mit pastösen Ölfarben. Der endgültige Farbklang steht zu Beginn noch nicht fest und entwickelt sich dann im Malprozess. Um die angestrebte Farbwirkung zu erreichen, werden die Ölfarben in unzähligen Schichten immer wieder in der feuchten Farbe auf und abgetragen. Spuren dieses Arbeitsprozesses können teilweise an den Rändern erkannt werden. Diese Technik bewirkt, dass die Farben nicht nur auf der Palette sondern auch direkt auf der Leinwand gemischt werden. Durch diese gesamte Arbeitsweise erreichen die Farbflächen eine erweiterte farbliche Substanz sowie Dichte der Farbklänge. Es ist letztlich diese Arbeitsweise, die auf ungehemmte Weise das Wesen der Farben und ihre Kommunikation offenlegt.

Maria Wallenstål-Schoenberg

 

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